Zertifikatskurs: Bildungs- und Entwicklungsbegleitung in der frühen Kindheit (0 bis 3 Jahre)
Findet statt ab
26.05.2027 von
09:00 – 16:00 Uhr
Ort
Haus der Parität – Neudietendorf
Seminarnummer
27KJ036
Anmeldeschluss
12.05.2027
Über das Seminar
Die Arbeit mit Kindern von 0 bis 3 ist eine der schönsten, aber auch anspruchsvollsten pädagogischen Aufgaben. In diesen ersten Jahren wird der Grundstein für ein ganzes Leben gelegt. Dieser Zertifikatskurs qualifiziert Sie für die professionelle Bildungs- und Entwicklungsbegleitung von Kindern von 0 bis 3 Jahren. Sie erfahren und reflektieren, weshalb die ersten Lebensjahre so entscheidend sind und wie Sie als pädagogische Fachkraft die Weichen für eine gesunde Entwicklung stellen. Wir vermitteln Ihnen praxisnah und kompakt Wissen zu den wichtigsten Themen im U3-Bereich; z.B. Entwicklungspsychologie, Bindung, Eingewöhnung, Sprachentwicklung und die Gestaltung einer anregenden Umgebung.
Sie erweitern Ihr Handlungsspektrum, um den Alltag mit U3-Kindern professionell und bedürfnisorientiert zu gestalten. Sie lernen Methoden kennen, um die individuelle Entwicklung jedes Kindes zu fördern und für Familien eine fachlich kompetente Ansprechperson zu sein.
Ziele und Inhalte:
Tag 1
Modul 1: Grundlagen der frühkindlichen Entwicklung:
Entwicklung des Ich-Bewusstseins – (Autonomiephase) Wie Fachkräfte diesen Prozess konstruktiv begleiten können.
Emotionale Ko-regulation – Pädagogische Fachkraft als feinfühlige Bezugsperson – Strategien, um Kinder bei starken Gefühlen zu begleiten.
Objektpermanenz und Gedächtnis – Frühe Gedächtnisleistungen und wie Routinen und Rituale Kindern helfen, die Welt als vorhersehbar und sicher zu erleben.
Das Konzept des sozialen Referenzierens – Wie Kinder emotionale Reaktionen ihrer Bezugspersonen als Informationsquelle nutzen, um unsichere Situationen zu bewerten und eigenes Verhalten daran auszurichten.
Modul 2: Bindung und Eingewöhnung:
Bindungstheorie nach Bowlby/Ainsworth – Vertiefung der zentralen Konzepte (sichere Basis, sicherer Hafen), Analyse der verschiedenen Bindungsmuster (sicher, unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent) und deren Bedeutung für die pädagogische Arbeit.
Gestaltung von Übergängen (Transitionen) – Vergleich etablierter Eingewöhnungsmodelle (z.B. Berliner und Münchner Modell, Partizipatives Modell), die Rolle der pädagogischen Fachkraft als „sicherer Hafen“ und die Zusammenarbeit mit Familien während der Eingewöhnung.
Konzept der Feinfühligkeit – Das Erkennen, Verstehen und angemessene Reagieren auf die Signale des Kindes als Schlüssel für eine sichere Bindungsbeziehung.
Tag 2
Modul 3: Bildung, Spiel und Raumgestaltung:
Das freie Spiel als „Königsdisziplin“ – Die Bedeutung des explorativen und funktionalen Spiels für die kindliche Entwicklung, die Rolle der Fachkraft als beobachtende, begleitende, impulsgebende Person.
Der Raum als „dritter Erzieher“ – Prinzipien der Raumgestaltung für U3-Kinder, die Schaffung von anregenden „Lernlandschaften“, Bewegungs- und Rückzugsmöglichkeiten sowie der Einsatz von Alltags- und Naturmaterialien.
Frühkindliche Bildungsprozesse anregen – Praktische Umsetzung von Bildungsangeboten in den Bereichen sinnliche Wahrnehmung (Sensorik), erste mathematische Grunderfahrungen (Sortieren, Ordnen) und ästhetische Bildung (Umgang mit Farben und Formen).
Modul 4: Pflegeroutinen als pädagogische Situation:
Konzept der „Beziehungsvollen Pflege“ (nach Emmi Pikler) – Die Gestaltung von Wickel-, Anzieh- und Essenssituationen als intensive 1:1-Beziehungszeit, die Bedeutung der verbalen Begleitung und der aktiven Partizipation des Kindes.
Autonomieentwicklung in der Pflege – Die physiologischen und psychologischen Voraussetzungen für den Übergang zur Toilette, das Erkennen der kindlichen Signale und die respektvolle, druckfreie Begleitung der Ausscheidungsautonomie.
Esskultur und Ernährungsbildung – Die Entwicklung einer positiven Essbiografie, die Gestaltung einer entspannten Mahlzeitenatmosphäre und der Umgang mit unterschiedlichem Essverhalten.
Tag 3
Modul 5: Sprache und Kommunikation mit U3-Kindern/ Kindern in der basalen Entwicklungsphase:
Die Rolle der Fachkraft als „Sprachvorbild“ – Die „dialogische Haltung“ und die eigene Rolle als aufmerksamer und geduldiger Gesprächspartner des Kindes reflektieren.
Meilensteine des frühen Spracherwerbs – Die Phasen der Sprachentwicklung.
Alltagsintegrierte Sprachförderstrategien – Techniken wie das „Sprachbad“, das korrektive Feedback u.a., der gezielte Einsatz von Bilderbüchern, Reimen und Liedern.
Nonverbale Kommunikation und Babyzeichen – Das Deuten und Verstehen von Mimik, Gestik und Körpersprache; der Einsatz von unterstützenden Gebärden (Babyzeichen) als Brücke zur Lautsprache.
Aufwachsen mit Mehrsprachigkeit
Modul 6: Schutzauftrag und Fürsorgepflicht, Recht und Qualität:
Rechtliche Grundlagen und Aufsichtspflicht – Konkrete Anforderungen an die Aufsichtspflicht im U3-Bereich (drinnen und draußen), die Balance zwischen Schutz und dem Ermöglichen von wichtigen Lernerfahrungen (Umgang mit Risiken).
Kinderschutz gemäß § 8a SGB VIII – Das Erkennen von Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung, der Umgang mit Verdachtsfällen und die Abläufe im Team und mit externen Fachkräften (z.B. „insoweit erfahrene Fachkraft“).
Pädagogische Qualität sichern und entwickeln – Einführung in Instrumente zur Beobachtung und Einschätzung von pädagogischer Qualität und die Bedeutung von kollegialer Beratung und Reflexion im Team.
Tag 4:
Online-Modul: Reflexionsmodul
Persönliche Beratung
Informationen zum Seminar
Teilnahmegebühr
Zielgruppe
Pädagogische Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, die Wissen für Arbeit mit Kindern von 0 bis 3 erwerben oder vertiefen möchten und die berufliche Eignung bereits vorliegt.
Seminartermine
- 26.05.2027 | 09:00 – 16:00 Uhr,
Haus der Parität – Neudietendorf
- 09.06.2027 | 09:00 – 16:00 Uhr,
Haus der Parität – Neudietendorf
- 22.06.2027 | 09:00 – 16:00 Uhr,
Haus der Parität – Neudietendorf
- 07.09.2027 | 09:00 – 12:00 Uhr,
Online-Seminar


